VDMA mahnt steuerliche Forschungsförderung an

DLR

Der VDMA hat gemeinsam mit BDI und ZVEI erneut die Politik aufgefordert, durch eine steuerliche Forschungsförderung Innovation und Investitionen in der deutschen Industrie zu stärken.

Die drei Verbände sprechen sich für eine steuerliche Forschungsförderung von mindestens zehn Prozent der Forschungs- und Entwicklungskosten aus. Die Forderung wird gestützt durch eine aktuelle Auswertung von insgesamt 60 empirischen Studien, die klar die positiven Effekte belegen, die von steuerlichen Anreizen für Forschung und Entwicklung ausgehen. Demnach führt eine Steuergutschrift in Höhe von zehn Prozent der Aufwendungen zu einer Ausweitung der privaten Investitionen um zusätzlich etwa 14 Prozent. Das heißt, jeder für eine Steuergutschrift eingesetzte Euro erzeugt eine Forschungs- und Entwicklungstätigkeit von 1,25 Euro. Dies sind die zentralen Ergebnisse des sogenannten 360-Grad-Checks zu steuerlichen Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung, den BDI und ZVEI mit Unterstützung des VDMA erstellten. „Eine allgemeine steuerliche Forschungsförderung ist schnell wirksam, entfaltet unabhängig von Forschungsgegenstand und Unternehmensgröße starke Anreizwirkungen und erreicht damit die ganze Bandbreite der Unternehmen“, kommentiert der stellvertretende VDMA-Hauptgeschäftsführer Hartmut Rauen die Initiative, die am Dienstag in Berlin präsentiert wurde. Sein Verband spreche sich deshalb für die Einführung der steuerlichen Forschungsförderung aus als Ergänzung zu einer gestärkten Industriellen Gemeinschaftsforschung und einer möglichst breitenwirksam angelegten Projektförderung aus.

Der 360-Grad-Check von BDI und ZVEI analysiert ertragssteuerliche sowie weitere wettbewerbsrelevante Standortfaktoren. Ein Schwerpunkt liegt auf dem internationalen Vergleich von steuerlichen Förderinstrumenten in der EU, weiteren OECD- und BRICS-Staaten. Die Auswertung von über 60 empirischen Studien durch die Universität Mannheim belegt die positiven Effekte inputorientierter steuerlicher Anreize für Forschung und Entwicklung. Darüber hinaus zeigt der internationale Vergleich, dass die meisten Industriestaaten bereits unterschiedliche Förderinstrumente miteinander kombinieren, um für Unternehmen die bestmöglichen Anreize zu setzen.