Forschungsaufwendungen im Maschinenbau bleiben auf hohem Niveau

Siemens

Die Maschinenbauer in Deutschland haben im Jahr 2015 insgesamt gut 5,6 Milliarden Euro für interne Forschung und Entwicklung aufgewendet.

„Nach Jahren des Anstiegs ist das eine Seitwärtsbewegung, diese aber auf hohem Niveau“, sagte Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer, zu den vorläufigen Zahlen, die vom Stifterverband veröffentlicht wurden. Das Forschungspersonal erhöhte sich dagegen um 3 Prozent. „Eine Vermessung der innovativen Welt allein mit FuE-Kennzahlen greift aber viel zu kurz“, ergänzte Rauen. „So ist bei uns Konstruktion oft gleich Innovation, und auch die Rolle als wichtigster Ingenieurarbeitgeber muss gewürdigt werden.“

Steuerliche FuE-Förderung – Chimäre der Forschungspolitik

„Zu einem innovativen industriellen Mittelstand kann auch die Innovationspolitik beitragen“, betonte Rauen. „Die Industrielle Gemeinschaftsforschung ist eine Perle im deutschen Innovationssystem, die nachhaltig ‚poliert‘ werden muss.“ Im Jahr 2017 spiegele sich dies endlich im Bundeshaushalt wider. Dagegen herrsche bei der steuerlichen FuE-Förderung immer noch Fehlanzeige. „Dieses Instrument entwickelt sich zu einer Chimäre der Forschungspolitik“, sagte Rauen. „Politisch allzu oft proklamiert, real aber nie eingeführt.“ Dabei sei eine steuerliche FuE-Förderung schnell wirksam, frei von dirigistischer Vorgabe und sie adressiere auch die vielen Themen, die bislang nicht im staatlichen Förderfokus standen.

Digitalisierung – Firmen arbeiten am Kompetenzaufbau

„Der Maschinen- und Anlagenbau stellt sich mit Macht der digitalen Herausforderung“, unterstrich Rauen. „Industrie 4.0 ist aber kein reines Forschungsthema, sondern gleichfalls ein komplexes Einführungsthema.“ Gefordert seien hier aktuell auch schon andere Unternehmensbereiche – von der Geschäftsführung über die IT bis hin zur Produktion und zum Service. Wichtiger werde auch die Bereitschaft der Unternehmen zum Innovieren abseits klassischer FuE-Prozesse. „Hier kommt agilen und designorientierten Entwicklungsprozessen eine Schlüsselrolle zu“, sagte Rauen. „Wer diese neuen Wege schon geht, ist signifikant besser in der Lage, digital-vernetzte Produkte und Services selbst zu entwickeln.“ Dies belegt eine aktuelle Studie der IMPULS-Stiftung des VDMA eindrücklich.