EU-Freihandel mit Indonesien: Chance auf besseren Marktzugang für Maschinenbauer

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Ein Schlüssel für künftigen Wohlstand in Europa ist der Handel mit globalen Wachstumsmärkten. Der Maschinenbau unterstützt daher die Verhandlungen der EU über ein Freihandelsabkommen mit Indonesien, die am 21. September in Brüssel aufgenommen wurden.

Positiv bewertet der VDMA, dass die EU-Kommission ihre Freihandelsagenda trotz kontroverser Debatten um die Abkommen mit den USA und Kanada vorantreibt. Für den europäischen Maschinenbau lag das Exportvolumen nach Indonesien bei rund 2,24 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

Derzeit liegen die Zölle im Maschinenbau zwischen 0 und 5 Prozent. Der VDMA fordert den kompletten Wegfall von Zöllen beim Export nach Indonesien. Potenzial für einen effizienteren Handel sieht der Verband auch durch den Abbau nichttarifärer Handelsbarrieren. Beispielsweise müssen einige, in der EU bereits getestete Anlagen und Maschinen in Indonesien ein zweites Mal geprüft werden, bevor sie dort in Betrieb genommen werden dürfen. Für den deutschen Maschinenbau liegt Indonesien auf Rang 37 der wichtigsten Auslandsmärkte mit einem Exportvolumen von 782 Millionen Euro (2015). Allerdings ist das Investitionsklima gerade für Mittelständler getrübt, weil die indonesische Wirtschaft nach wie vor stark von regionalen Strukturen geprägt wird.

Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit Indonesien sind Teil einer umfassenden Handelsstrategie der EU. So arbeitet die Kommission derzeit auch an Handelsverträgen mit den USA, Kanada, Japan, dem Mercosur, Mexico, Australien und Neuseeland.

„Die Strategie der EU-Kommission ist genau richtig, europäischen Unternehmen neue Chancen in vielversprechenden Auslandsmärkten zu eröffnen. Wir können nicht auf einer europäischen Scholle leben, sondern müssen die Spielregeln für die globale Wirtschaft mitgestalten“, sagt Holger Kunze, Leiter des VDMA European Office. „Indonesien ist für den Maschinenbau schon wegen seiner Größe von 250 Millionen Einwohnern interessant. Neben dem Zollabbau könnte der Abbau von technischen Handelshemmnissen den Export von Industriegütern nach Indonesien erleichtern.“

Die Strategie der EU-Kommission ist genau richtig