Exzellenzinitiative: Industrierelevante Spitzenforschung nur mit Umsetzungsexzellenz möglich

VDMA fordert stärkere Einbeziehung der Industrie und Berücksichtigung der Anwendungsorientierung in den Ingenieurwissenschaften.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) fordert für die dritte Phase der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern eine stärkere Einbindung der Industrie sowie die Berücksichtigung auch der Umsetzungsexzellenz von ingenieurwissenschaftlicher Spitzenforschung.
 

Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer, sagt dazu: „Die besondere Stärke der deutschen Ingenieurwissenschaften ist ihre Anwendungsorientierung und der Wissenstransfer in die Unternehmen. Wir benötigen mehr Umsetzungsexzellenz in der neuen Exzellenzrunde. Unternehmen sollten dann auch direkt in die Projekte eingebunden werden.“
 

Hintergrund ist der Evaluationsbericht zur Exzellenzinitiative, der am morgigen Freitag in Berlin vorgestellt wird, und von dem wichtige Impulse für die Ausgestaltung des neuen Hochschulwettbewerbs erwartet werden. In diesem Zusammenhang spricht sich der VDMA für die Fortsetzung der Exzellenzinitiative als Forschungsprogramm für Universitäten aus, sieht aber an drei Punkten konkreten Änderungsbedarf:

 

  • Industrie stärker in Forschung und Begutachtung einbinden: Die Bedeutung der Exzellenzinitiative für die Industrie kann nur durch deren direkte Einbeziehung in die Begutachtung und Projektdurchführung sichergestellt werden. Daher sollten alle industrierelevanten Exzellenzprojekte in Kooperation mit Unternehmensnetzwerken stattfinden und auch durch Industrievertreter bewertet werden. Rauen dazu: „Eine direkte Beteiligung der KMU-Netzwerke der industriellen Forschungsvereinigungen in die Exzellenzprojekte kann den Transfer in den Mittelstand und die bundesweite Vernetzung sicherstellen. Damit stärkt die Exzellenzinitiative die Kooperation zwischen Hochschulen und mittelständischen Unternehmen“.
  • Spezifika der Wissenschaftsdisziplinen berücksichtigen: Exzellente Wissenschaft bedeutet nicht nur Grundlagenforschung, sondern in den Ingenieurwissenschaften auch Transfer in die Anwendung und Einbeziehung von Industriepartnern. Die Exzellenzinitiative muss daher die Spezifika der einzelnen Wissenschaftsdisziplinen berücksichtigen und der besonderen Anwendungsorientierung der deutschen Ingenieurwissenschaften und ihrer Rolle für die Wirtschaft gerecht werden. Daher sollten die meist internationalen Gutachter auch Kriterien wie Industriedrittmittel, Patente oder Stiftungsprofessuren berücksichtigen. Die klassische Assistenzpromotion sowie Professorenberufungen aus der Industrie sind weitere Fachspezifika, die es künftig stärker zu würdigen gilt.
  • Bedeutung der Lehre stärken: Jedes Forschungsprojekt der Exzellenzinitiative sollte seine Auswirkungen auf die Lehre darlegen und beschreiben, welche positiven Effekte es für die Studierenden hat. Die Einbeziehung von außeruniversitären Forschungseinrichtungen muss dazu genutzt werden, deren Wissenschaftler auch für die Lehre zu gewinnen. Rauen erläutert: „Die Exzellenzinitiative kann auch die Lehre stärken. Herausragende Forscher sollten im Zuge der Exzellenzförderung auch in der Lehre aktiv werden.“Ingenieurinnen und Ingenieure“ bereits seit 2011 einen wichtigen Beitrag. Dennoch ist weiterer Handlungsbedarf gegeben.
     

Unabhängig von der Exzellenzinitiative ist das Thema Studienabbruch nach wie vor eine große Herausforderung für Politik und Hochschulen. „Wir erwarten beim Thema Studienabbruch mehr Engagement der Politik und die aktive Unterstützung der Hochschulen – auch jenseits der Exzellenzinitiative“, sagt Rauen. Der VDMA leistet hierzu mit seinem Projekt „Maschinenhaus – Campus für Ingenieurinnen und Ingenieure“ bereits seit 2011 einen wichtigen Beitrag. Dennoch ist weiterer Handlungsbedarf gegeben.
 

Haben Sie noch Fragen? Harmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer, Telefon +49 69 6603-1331, E-Mail: hartmut.rauen@vdma.org, beantwortet sie gern.

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