Maschinenbauindustrie fordert Selbstverpflichtung der Hochschulen zu kooperativen Promotionen

Renk

Der VDMA hat ein Positionspapier zur ingenieurwissenschaftlichen Promotion veröffentlicht.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau fordert Universitäten und Fachhochschulen zu mehr kooperativen Promotionsverfahren auf. „Das Promotionsrecht der Universitäten verpflichtet auch zur Kooperation mit Fachhochschulen. Den FHs muss die gleichberechtigte Beteiligung an kooperativen Promotionsverfahren und somit die Stärkung ihrer anwendungsorientierten Forschung möglich sein. Um dieses Ziel zu erreichen, sollten sich die Universitäten auch mit einer Selbstverpflichtung binden“, fordert Harmut Rauen, Stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer und innerhalb des Verbands zuständig für die Themen Bildung, Forschung und Innovation. Ein eigenständiges Promotionsrecht für Fachhochschulen sei dann nicht notwendig. Das ist eine Kernforderung des Positionspapiers „Ingenieurwissenschaftliche Promotion“, welches der VDMA am 24. November 2015 in Frankfurt veröffentlich hat.
 

„Der Maschinenbau ist der größte Ingenieurarbeitgeber in Deutschland und wichtiger Kooperationspartner der Hochschulen in der Forschung. Zahlreiche Promotionsvorhaben werden durch uns finanziert. Die Art und Weise, wie die Promovierenden in den Ingenieurwissenschaften ihren Doktortitel erlangen, ist daher für unsere Industrie von hoher Bedeutung“, erklärt Rauen die Motivation für das Positionspapier. „Wir schätzen, dass über 90 Prozent der Doktor-Ingenieure nach Erlangung ihres Titels die Hochschule verlassen. Eine Promotion muss also auch für eine Industriekarriere qualifizieren und – neben den ingenieurwissenschaftlichen Kenntnissen und Methoden – auch Kompetenzen wie beispielsweise Projektmanagement, Personalführung und Budgetverantwortung vermitteln.“
 

Neben einem verstärkten Ausbau von kooperativen Promotionsverfahren tritt der VDMA für die klassische Assistenzpromotion als präferiertes Promotionsmodell in den Ingenieurwissenschaften ein und spricht sich klar für eine überfachliche Qualifizierung aus. Die Einbeziehung der Promovierenden in das operative Geschäft eines Lehrstuhls, in Aufgaben der Lehre und Studierendenbetreuung sowie in die Einwerbung und Bearbeitung von Drittmittelprojekten könne dies am besten leisten. Zusätzlich sollte den Doktorandinnen und Doktoranden der Zugang zu speziellen Angebote der überfachlichen Qualifizierung ermöglicht werden. Damit würden die Stärken von strukturierten Promotionsverfahren aufgegriffen.
 

Haben Sie noch Fragen? Harmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer, Telefon +49 69 6603-1331, E-Mail: hartmut.rauen@vdma.org, beantwortet sie gerne.

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