Verpackungsdruck: Highlight-Thema auf der drupa 2016 - und darüber hinaus

30.10.2015 | id:9465370

30. Oktober 2015, Frankfurt: Jeder zweite Mensch lebt in Städten. Bis 2030 wird es nach Prognosen der Vereinten Nationen 5 Milliarden Städter geben, die mit Lebensmitteln und allen weiteren Gütern des täglichen Bedarfs versorgt werden müssen. Eine gewaltige Herausforderung, die nur mit entsprechender Logistik zu bewältigen ist. Verpackungen spielen dabei  eine zentrale Rolle.

Verpackungsmarkt: Starkes globales Wachstum bis 2018
In diesem Zusammenhang gehen Marktprognosen von einem deutlichen Umsatzanstieg im globalen Verpackungsmarkt aus. Mit jährlichen Raten von 4 Prozent werde das Umsatzvolumen bis 2018 auf 975 Milliarden US-Dollar steigen, prognostiziert die Marktforschungsberatung Smithers Pira. Umgerechnet sind das ca. 865 Milliarden Euro.
Wichtigster Treiber seien die wachsenden Mittelschichten in den BRIC-Staaten. Technische Weiterentwicklung, sinkende Kosten sowie der Bedarf an nachhaltigen recyclingfähigen Verpackungen würden den Markt zusätzlich antreiben. Asien biete mit sechsprozentigen Wachstumsraten die besten Aussichten. Bis 2018 soll der asiatische Verpackungsmarkt 40 Prozent des Weltmarkts ausmachen.
Für Maschinenbauer aus dem Bereich Druck- und Papiertechnik bietet diese Marktentwicklung die Chance, rückläufige Geschäfte im graphischen Bereich zu kompensieren. Der Umsatzanteil vom Verpackungs- und Labeldruck wird laut Smithers Pira bis 2018 deutlich ansteigen und dann mit 530 Milliarden US-Dollar (~ 472 Mrd. €) fast die Hälfte des Gesamtdruckmarkts ausmachen. Auch wenn digitale Druckverfahren in dem Markt weit überdurchschnittlich zulegen – die Analysten prognostizieren jährliche Wachstumsraten von 13,4 Prozent bis zum Ende des Jahrzehnts – bleiben herkömmliche Verfahren im Verpackungsbereich die Umsatzgaranten.
Das aktuelle Umsatzvolumen des digitalen Verpackungsdrucks beziffert Smithers Pira auf 10,5 Milliarden US-Dollar (umgerechnet circa 935 Mio. €), was knapp 2,5 Prozent Marktanteil am Weltmarkt für Verpackungsdruck entspricht.

Verpackungsdruck: Highlight-Thema auf der drupa 2016 – und darüber hinaus
Allein die wachsende Bedeutung prädestiniert den Verpackungsdruck zu einem Highlight-Thema der drupa 2016, der weltweit führende Leitmesse für grafischen und industriellen Druck. . Doch auch die technologischen Entwicklungen rund um das drucktechnische Veredeln von Verpackungen, die immer bessere Einbindung der Drucktechnik in die Prozessketten der Verpackungsbranche sowie das dynamische Wachstumsfeld Digitaldruck sind genaueres Hinsehen wert. Gelegenheit dazu bieten unter anderem der touchpoint packaging, das Vortragsprogramm im drupa cube sowie der drupa innovation park – und natürlich die Stände der Aussteller.
Auch über die drupa 2016 hinaus bleibt der Verpackungsdruck eines der Leitthemen für deutsche Maschinenbauer aus dem Bereich der Druck- und Papiertechnik. So wirkt der Fachverband Druck- und Papiertechnik aktiv im Forum Packmittel des VDMA mit, um den fachübergreifenden Austausch von Maschinenbauern im Verpackungsbereich zu intensivieren, um internationale Messeaktivitäten zu koordinieren und gemeinschaftliche Forschungsprojekte anzustoßen. Es geht darum, die Chancen zu nutzen – und das Wachstum im Verpackungsmarkt mit fortschrittlicher Technik nachhaltig zu gestalten.

Hintergrund
Heute verderben jährlich rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel mangels adäquater Verpackung auf dem Weg vom Feld zum Verbraucher. Je nach Region landen 20 bis über 40 Prozent aller verfügbaren Lebensmittel im Müll. Verpackungen sind der Schlüssel, um diese Vergeudung zu beenden. Sie machen Esswaren und Getränke haltbar, beugen Transportschäden vor und mithilfe smarter, mit Funktionsschichten bedruckter Folien können sie Verbrauchern anzeigen, ob Fleisch, Fisch, Käse oder Obst nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch genießbar ist. Verpackungen kommt eine Schlüsselrolle in der Bekämpfung von Hunger und Erkrankungen infolge mangelhafter Lebensmittelhygiene zu.
Wo immer sich Gesellschaften weiter entwickeln, lassen die Auswirkungen im Verpackungsmarkt nicht lange auf sich warten. In den Industrieländern sorgen Alterung und immer mehr Single-Haushalten für Nachfrage nach kleineren Verpackungen. Wachsende Mittelschichten in Asien, Osteuropa und Südamerika befeuern den Handel mit verpackten Konsumgütern. Wo der Wettbewerbsdruck zunimmt, sind Verpackungen das Mittel der Wahl, um sich zu differenzieren. Edle Anmutung, Wiederverwendbarkeit, Einsatz nachhaltiger Rohstoffe können ebenso Mehrwerte schaffen, wie smarte Verpackungen, die durch aufgedruckte Hologramme Produktfälschungen erschweren, mithilfe aufgedruckter Elektronik Kühlketten überwachen oder das GPS-Tracking wertvoller Warentransporte ermöglichen.

Kontakt
Katharine Zepf
VDMA Druck- und Papiertechnik
Tel: +49 (0)69 6603-1450
katharine.zepf@vdma.org

 

Bildquelle : Leonhard Kurz Stiftung & Co.KG

Zepf, Katharine
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