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VDMA – Deutsche Hersteller von Gebäudearmaturen behaupten sich im rauen Umfeld der Euro-Krise

06.02.2013 | id:991973

Trotz weltweiter Konjunkturschwäche erzielten die deutschen Hersteller von Gebäudearmaturen 2012 ein Gesamtumsatzzuwachs von fünf Prozent. Nach einem schwächelnden Plus von lediglich einem Prozent im ersten Halbjahr konnten die Gebäudearmaturenhersteller in der zweiten Jahreshälfte merklich zulegen. Sowohl im Inland als auch im Ausland wuchs der Umsatz um jeweils fünf Prozent. Den um zwei Prozent rückläufigen Umsatz in der Euro-Zone konnten die gestiegenen Ausfuhren in den außereuropäischen Raum mehr als ausgleichen. Hier verzeichnete die Branche den höchsten prozentualen Umsatzzuwachs von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Rege Bautätigkeit sorgt für stabiles Wachstum im Inland
Von dem Verhalten verunsicherter Anleger, die Sachwerte wie Immobilien dem Aktien- und Wertpapiergeschäft vorzogen, profitierte neben der norwegischen und schweizerischen auch die deutsche Bauwirtschaft. Unübersehbar reagierte der Wohnungsbau auf die gestiegene Nachfrage nach Wohnraum, sodass 2012 bereits bis September so viele neue Wohnungen genehmigt wurden wie im ganzen Jahr 2009. Für das Jahresende wird von 240.000 Wohnungen ausgegangen, was ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Diese Entwicklung schlug sich auf zufriedenstellend gefüllte Auftragsbücher des SHK-Handwerks nieder.

Europaweit betrachtet halten die Euro-Krise und die anhaltend schwierige Lage der Weltwirtschaft das Baugeschehen allerdings weiterhin in Atem. In seiner aktuellen Studie rechnet Euroconstruct insgesamt mit einem Rückgang der Bauaktivitäten von 4,7 Prozent für das Jahr 2013.

In den einzelnen, vom VDMA statistisch erfassten, Produktgruppen entwickelten sich die Umsätze 2012 durchweg positiv, wenn auch weniger dynamisch als in 2011. Der Umsatz der Sanitärarmaturen legte um vier Prozent zu, die Hersteller von Heizungsarmaturen verzeichneten ein nominales Umsatzplus von sechs Prozent und die technischen Gebäudearmaturen erzielten ein Umsatzwachstum von sieben Prozent im Vergleich zum vorangegangen Geschäftsjahr.

Für 2013 prognostiziert die LBS einen weiteren Anstieg um vier Prozent auf 250.000 genehmigte Wohnungen und Einfamilienhäuser. Denn die Bedingungen für den Kauf angesichts des historisch tiefsten Zinsniveaus und bezahlbarer Objektpreise bei anhaltend starkem Nachfragedruck seien günstiger denn je.

Impulse kommen aus dem außereuropäischen Raum
Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg der deutsche Export von Gebäudearmaturen von Januar bis November 2012 um rund vier Prozent auf mehr als 2,03 Mrd. Euro. Frankreich und Österreich behaupteten ihre Position als „Top zwei Absatzmärkte" für Gebäudearmaturen, doch die Niederlande gab mit einem Minus von knapp vier den dritten Platz des Exportrankings an die USA ab. Hier entwickelte sich das Geschäft dynamisch (plus 11 Prozent auf 146 Mio. Euro). Der während der Krisenzeiten zu beobachtende Trend in den USA zu weniger und kleineren Badezimmern scheint sich mit einer fortgesetzten Erholung des Wohnbausektors wieder umzukehren. Sowohl im Bereich der Sanitärarmaturen als auch bei Ausrüstungen für Heizungsanlagen stoßen hochwertige Armaturen wieder auf ein besseres Marktumfeld. Ein besonders wachstumsträchtiges Marktsegment sind darüber hinaus die Sanitärprodukte für ältere Menschen, da das Durchschnittsalter der US-Bevölkerung in den nächsten Jahren weiter steigen wird.

Auch in Russland agierte die Baubranche 2012 als Stütze für das inländische Wirtschaftswachstum, was sich wiederum positiv auf den Import von deutschen Gebäudearmaturen auswirkte. Sechzehn Prozent konnte dieser gegenüber dem Vorjahr zulegen und wuchs auf 95 Mio. Euro.

In China hingegen bleibt die Stimmung in der Bauwirtschaft gedrückt. Maßnahmen wie die Erhöhung des Eigenkapitalanteils beim Wohnungskauf, die Beschränkung der Anzahl erwerbbarer Wohnungen pro Familie, die Einführung der Grundsteuer (Property Tax) und eine Verknappung der Kredite bremsten die Dynamik des für die Gesamtwirtschaft so wichtigen Immobilienmarktes. Mit einem großen Infrastrukturprogramm zur Konjunkturankurbelung wird nicht gerechnet.

Prognose 2013
Der Fachverband Armaturen blickt optimistisch in das neue Jahr und erwartet für 2013 einen weiteren Aufwärtstrend leicht unter Vorjahresniveau. Für das erste Halbjahr rechnet der Fachverband mit einem nominalen Umsatzwachstum von drei Prozent. Dabei wird sich der Umsatz in den Produktgruppen der technischen Gebäudearmaturen und den Heizungsarmaturen voraussichtlich mit jeweils plus drei Prozent und in der Produktgruppe der Sanitärarmaturen mit plus vier Prozent entwickeln.

Zu Jahresbeginn hat der Optimismus sowohl unter deutschen Verbrauchern als auch unter deutschen Unternehmern zugenommen. Die Konjunkturerwartung und Anschaffungsneigung haben sich verbessert, die Einkommenserwartung steigt auf hohem Niveau leicht an. Die SHK Branche meldet eine gute Auftragslage vor allem im Kundenservice, Wartungs-und Sanierungsgeschäft nicht zuletzt in Folge der Energiewende. Die Hersteller können also mit positiven Geschäftserwartungen in das neue Jahr starten.

Burchard, Wolfgang
Burchard, Wolfgang
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