Maschinenbau droht EU-Label zur Energieeffizienz

06.08.2015 | id:9243922

Die Farbtabellen zur Energieeffizienz von Verbraucherprodukten sind den meisten Menschen schon einmal an ihrem Kühlschrank aufgefallen – künftig könnte dieses Label auch eine Pflichtangabe auf Maschinen werden. In den kommenden Wochen diskutiert die EU eine Reform einer entsprechenden EU-Verordnung, in der die rechtliche Grundlage für kommende Produktregelungen bestimmt wird. Dabei sollen die Effizienzklassen neu zugeschnitten und der Anwendungsbereich von Verbraucherprodukten auf alle Güter ausgeweitet werden – und damit potenziell auch auf Maschinen, die an Geschäftskunden verkauft werden.

Die Initiative ist Teil des so genannten „Summer Package“ der EU-Kommission, einem Maßnahmenbündel zur europäischen Energiepolitik. Teil des Vorschlags ist, dass künftig mehr Maschinen mit dem Effizienzlabel gekennzeichnet werden können – bislang war das Tabellensystem als Orientierung für Endkunden gedacht und der Maschinenbau nur in geringem Maße betroffen, etwa bei Staubsaugern für den privaten Gebrauch oder in Serie produzierten Gütern. Ab September sollen die Vorschläge in EU-Parlament und Rat diskutiert werden, in Kraft treten könnte eine entsprechende Richtlinie ab 2016.

Allerdings hält der VDMA den Vorschlag der Kommission für wenig brauchbar. So ist das Label zwar geeignet, um Endkunden einen groben Überblick über den Energieverbrauch eines Produktes zu verschaffen. Einer komplexen Maschinen wird eine so eindimensionale Betrachtung allerdings nicht gerecht, zumal Geschäftskunden des Maschinenbaus beim Kauf einer neuen Anlage meist sehr genau wissen, welche Kriterien ihnen wichtig sind. Für die  meisten  Maschinen würde ein Effizienzlabel aus Sicht des VDMA also keinen Nutzen bringen – und schlechtestenfalls nur den bürokratischen Aufwand für Maschinenbauer erhöhen.

Bildquelle : Ben Charms - Fotolia

Blankemeyer, Hanna
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