VDMA: Protest des DGB gegen TTIP richtet sich auch gegen Arbeitsplätze

21.04.2016 | id:13068251

Der VDMA kann die Position der  Gewerkschaften in der Debatte um das geplante Freihandelsabkommen nicht nachvollziehen.

Die Ankündigung der Gewerkschaften, sich unmittelbar vor Beginn der Hannover Messe an den Protesten eines Aktionsbündnisses gegen TTIP zu beteiligen, wird von VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann kritisch bewertet. „Man kann nicht mit radikalen Freihandels- und Globalisierungsgegnern auf die Barrikaden gehen und gleichzeitig behaupten,  im Prinzip für TTIP zu sein“, sagt er. „Diese Position ist unverständlich.“
TTIP werde der Industrie und den Mittelständlern in Deutschland den Zugang zum amerikanischen Markt erleichtern und damit heimische Beschäftigung sichern. „Die Gewerkschaften demonstrieren dort, wo die Unternehmen, in denen ihre Mitglieder arbeiten, um weitere Kunden werben. Diese Unternehmen sind auf einen möglichst freien Handel angewiesen. Der DGB-Protest richtet sich deshalb auch gegen Arbeitsplätze“, stellt Brodtmann klar. Kritik an TTIP sei legitim, fügt der VDMA-Hauptgeschäftsführer hinzu. „Gemeinsame Sache mit erklärten Freihandelsgegnern zu machen ist  aber der völlig falsche Weg, um ein gutes TTIP mit hohen Standards durchzusetzen.“
Auch der Maschinen- und Anlagenbau stellt an TTIP sehr hohe Ansprüche.  Der VDMA habe deshalb einen Forderungskatalog zusammengestellt, den Verbandspräsident  Dr. Reinhold Festge auf der Hannover Messe der EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und dem amerikanischen Handelsbeauftragten Michael Froman übergeben werde, kündigt Brodtmann an. Zeitgleich zum Auftakt der Hannover Messe wird die dreizehnte TTIP-Verhandlungsrunde in New York stattfinden.

Bildquelle : Kaeser

Wuchold, Holger
Wuchold, Holger