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VDMA: Maschinenbau kann Exporte in schwierigem Umfeld leicht steigern

22.02.2016 | id:12174612

Die Maschinenbauer in Deutschland haben in einem schwierigen Jahr ihre Exporte leicht steigern können. Insgesamt wurden 2015 für mehr als 155 Milliarden Euro Maschinen und Anlagen ins Ausland verkauft. Das war ein Zuwachs von 2,6 Prozent zum Vorjahr (2014: knapp 152 Milliarden Euro). Nach Abzug der Preissteigerungen bedeutet dies ein reales Plus von 0,9 Prozent. Das vierte Quartal brachte lediglich ein  nominales Wachstum der Exporte von 1,1 Prozent (real minus 0,3 Prozent).

„Damit ist es trotz aller Unsicherheiten in den Märkten gelungen, einen neuen Export-Rekord aufzustellen“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. „Unser Bild der Bedeutung einzelner Märkte ist aber neu justiert worden.“ So wurde China an der Spitze der wichtigsten Maschinenexport-Märkte von den USA abgelöst. Während die Ausfuhren des Maschinenbaus nach China um 5,9 Prozent auf 16 Milliarden Euro zurückgingen, stieg der Export in die USA um 11,2 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro an.

Die zweite kräftige Veränderung betraf – erwartungsgemäß – das Russlandgeschäft. Dies ging abermals um 26,8 Prozent auf lediglich 4,7 Milliarden Euro zurück. Russland, das im Jahr 2013 noch der viertwichtigste Handelspartner hinter China, den USA und Frankreich war, landete 2015 damit auf Rang zehn der deutschen Exportdestinationen. Ins Rampenlicht gerückt ist dafür ein Nachbarland: Den stärksten absoluten Zuwachs in Europa verzeichnete das Geschäft mit Polen. Die Exporte dorthin legten um 14 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro zu - Platz 8 unter den Exportmärkten.

Die Exporte in die EU insgesamt wuchsen um 6,7 Prozent auf knapp 70 Milliarden Euro. Damit wurden 44,8 Prozent aller von Deutschland exportierten Maschinen in der EU abgesetzt. An dem Zuwachs waren fast alle Länder beteiligt, Italien und Spanien sogar zweistellig, während die Ausfuhren nach Frankreich, dem drittwichtigsten Markt der deutschen Maschinenexporteure,  exakt auf dem Vorjahresniveau verharrten

Von den außereuropäischen Schwellenländern kamen nur vereinzelt Impulse. In Lateinamerika ragte die Steigerung der Exporte nach Mexiko um 40,4 Prozent heraus, womit dieser Markt Brasilien überholte und nun zu den „Top 20“ gehört. Südamerika insgesamt blieb um 6,2 Prozent unter dem Vorjahreswert, ebenso wie Südostasien mit minus 7,6 Prozent. Die OPEC-Länder in Summe blieben im Zuge fallender Ölpreise um 9,2 Prozent unter dem Bestellniveau des Vorjahres, während Saudi-Arabien und die Emirate nochmal jeweils um 7,2 Prozent zulegen konnten.

Die Importe von Maschinenbauprodukten wuchsen 2015 mit 4,5 Prozent etwas stärker als die Exporte auf 62 Milliarden Euro. Während die Importe aus Italien, dem wichtigsten Herkunftsland von Maschinenbauprodukten im deutschen Import, etwas nachgaben und die Einfuhren aus der Schweiz leicht anstiegen, nahmen die Importe aus China und den USA sogar zweistellig zu.
Die Bedeutung der USA als Handelspartner für die deutschen Maschinenbauer sieht Wiechers durch die Daten aus 2015 unterstrichen. „Wir freuen uns auf die Hannover-Messe mit den USA als Gastland und setzen weiterhin auf gute Fortschritte beim Freihandelsabkommen TTIP“, resümierte er.

Bildquelle : dedi--Fotolia

Paul, Holger
Paul, Holger
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