VDMA setzt sich kritisch mit Nahles Grünbuch auseinander

30.11.2015 | id:10961524

In einem Brief an den Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium für Arbeit und Soziales, Thorben Albrecht, hat VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann eine ausführliche Stellungnahme des Verbandes zum Grünbuch „Arbeit 4.0“ aus dem Hause Nahles übermittelt.

„Arbeiten 4.0“ sei in zweifacher Hinsicht für den deutschen maschinen- und Anlagenbau wichtig, schreibt Brodtmann. „Zum einen ist unsere Industrie Treiber von Industrie 4.0, zum anderen ist sie mit über einer Million Stammbeschäftigten größter industrieller Arbeitgeber in Deutschland.“ Die besondere Rolle des Maschinebaus, so heißt es weiter, werde auch durch eine aktuelle Studie der IMPULS-Stiftung unterstrichen, wonach Maschinenbau-Unternehmen beim Thema Industrie 4.0 im Vergleich zu anderen am weitesten fortgeschritten sind. Der VDMA sei deshalb gerne der Aufforderung des Bundesarbeitsministeriums nachgekommen, zum Grünbuch „Arbeiten 4.0“ eine Stellungnahme abzugeben.

Die Stellungnahme, für die der Leiter VDMA Competence Center Arbeitsmarkt, Fabian Seus, verantwortlich zeichnet, setzt sich durchaus kritisch mit dem Grünbuch auseinander. So wird festgehalten, dass das Grünbuch durchaus wichtige Fragen aufwerfe, die im Zuge der Digitalisierung der Arbeitswelt diskutiert werden müssten. „Allerdings sind viele der angesprochenen Punkte aus unserer Sicht nicht neu“, heißt es dort ebenfalls. Damit orientierten sich die Fragestellungen „überwiegend an angestammten Denkmustern“. Die Sichtweise der Unternehmen, lautet Seus Fazit, komme leider zu kurz.

Das Grünbuch „Arbeit 4.0" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales soll einen Rahmen für einen teils öffentlichen, teils fachlichen Dialog über die Zukunft der Arbeitsgesellschaft schaffen, der bis Ende 2016 geführt werden soll. Es skizziert bestimmende Trends, gewandelte Werte und wichtige Handlungsfelder der künftigen Arbeitsgesellschaft. Zudem enthält es eine Reihe konkreter Leitfragen, die einen breiten Dialog anstoßen sollen und unter Einbindung von Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Sozialpartnern, Verbänden und betrieblicher Praxis behandelt werden sollen.

Bildquelle : Bernd von Jutrczenka/dpa

Wuchold, Holger
Wuchold, Holger
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